Der Prozess Beratung, Matching und Vermittlung

Im Gesamtprozess des Übergangs Schule – Beruf sind die Teilprozesse Beratung, Matching und Vermittlung eng miteinander verknüpft: Zielgruppenorientierte Beratung und genaues Matching sind Voraussetzung und Bedingung für eine erfolgreiche Vermittlung. In der Systematik der OloV-Qualitätsstandards sind daher diese drei Aspekte zu einem Prozess zusammengefasst.

Beratung und Matching im Hinblick auf eine Ausbildung basieren unter anderem auf folgenden Voraussetzungen, deren Komponenten im "Kriterienkatalog zur Ausbildungsreife" dargestellt sind: der Ausbildungsreife der Jugendlichen, ihrer Berufseignung und ihrer Vermittelbarkeit. Diese Voraussetzungen werden im Matching-Prozess mit den Anforderungen bestimmter Berufe und mit den Anforderungen der Ausbildungsbetriebe abgeglichen. Vermittelbar sind Jugendliche dann, wenn sie über Ausbildungsreife und Berufseignung verfügen. Ist die Vermittelbarkeit gegeben, kann das Matching im Hinblick auf die Betriebseignung vorgenommen werden. (...)

Bei Jugendlichen, die ein Duales Studium beginnen möchten, werden die individuellen Voraussetzungen mit den Anforderungen der Ausbildungsgänge abgeglichen und Betriebseignung sowie (Fach-)Hochschulreife gleichermaßen als Kriterien herangezogen.

Wenn vermittelnde Stellen Jugendliche beraten, die ein Hochschulstudium aufnehmen möchten, gleichen sie deren individuelle Voraussetzungen, Interessen und Kompetenzen mit den Zugangsvoraussetzungen für den gewünschten Studiengang und den Zulassungsbedingungen von Universitäten, Fachhochschulen oder Berufsakademien ab. Der Prozess soll zur erfolgreichen Bewerbung an einer Hochschule oder bei der Stiftung für Hochschulzulassung führen.

Die erfolgreiche Einmündung in eine Ausbildung oder ein Studium soll in der Schule vorbereitet werden, indem die Schülerinnen und Schüler, z. B. im Rahmen der Bewerbungstrainings oder Berufs- und Studienorientierungsveranstaltungen, auf die vermittelnden Stellen und ihre Angebote aufmerksam gemacht werden. Betriebspraktika sollen anhand der Kompetenzen und Interessen der Jugendlichen ausgewählt und auch schon hier ein möglichst genaues Matching durchgeführt werden. Bei der Umsetzung der Qualitätsstandards soll besonderes Augenmerk auf jene Jugendlichen gelegt werden, bei denen bereits in der allgemeinbildenden Schule erkennbar ist, dass für sie ein direkter Übergang von der Schule in einen Ausbildungsgang schwierig wird. In diesem Fall sind die Jugendlichen und deren Erziehungsberechtigte über Beratungs- und Unterstützungsangebote zu informieren, mit denen eine kontinuierliche Begleitung in dieser Phase gewährleistet werden kann. Auftretende Konflikte und Probleme können somit in einem frühen Stadium erkannt und daher leichter erfolgreich bearbeitet werden.

Darüber hinaus sollen die Jugendlichen besondere Beachtung finden, die aus den unterschiedlichsten Gründen einen erfolgreichen Übergang noch nicht geschafft haben. Je länger sich der Zeitraum zwischen Schulabgang und Einmündung in das Berufsbildungssystem dehnt, desto schwieriger gestaltet sich die Vermittlung. Eine vom Hessischen Wirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Studie zur Optimierung des Übergangsbereichs in Hessen belegt dies: "Gerade Jugendliche, die mehrere Jahre im Übergangsbereich verbleiben, entfernen sich sowohl objektiv als auch subjektiv von dem Ziel, in eine berufliche Ausbildung überzugehen und diese auch erfolgreich abzuschließen." Vermittelnde Stellen, welche Jugendliche in Praktika oder Ausbildung vermitteln, sind die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter nach § 6a SGB II (Optierende Kommune) oder nach § 44b SGB II.

Allgemeinbildende und berufsbildende Schulen sowie Qualifizierungs- und Bildungsträger, die Jugendliche im Übergang Schule – Beruf betreuen, sind zwar nicht "vermittelnde Stellen" im eigentlichen Sinne, haben aber genau wie diese das Interesse, ihre Jugendlichen erfolgreich in Praktika oder Ausbildung zu vermitteln. Deshalb sollen auch sie die folgenden Standards anwenden. (...)

 

Dieser Text ist entnommen aus der OloV-Broschüre "Qualitätsstandards" (Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (Hrsg.): OloV-Qualitätsstandards - Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule-Beruf. 10. vollständig überarbeitete Auflage, Dezember 2012, S. 70 f.).

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Die Broschüre "OloV-Qualitätsstandards" sowie die beiden OloV-Flyer "Strukturen und Qualitätsstandards" (2012) und "Ziele und Inhalte" (2014) können Sie als Printversionen bei INBAS bestellen. Die Publikationen sowie der Versand sind kostenlos.

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