Praxisbeispiel zum Qualitätsstandard BO7 – "Betriebspraktika"


Beurteilungsbogen Schülerbetriebspraktikum in Stadt und Landkreis Kassel

Abbildung Beurteilungsbogen Schülerbetriebspraktikum

Seit 2012 wird der "Beurteilungsbogen Schülerbetriebspraktikum" flächendeckend von Schulen in Stadt und Landkreis Kassel eingesetzt. Anlass, einen derartigen Bogen in Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft zu erarbeiten, war, dass bis dahin nahezu jede Schule eine eigene Version für die Praktikumsbewertung verwendete. Ziel war deshalb, einen einheitlichen und aussagefähigen Beurteilungsbogen zu entwickeln, der auch eine hohe Akzeptanz bei Betrieben und Unternehmen haben sollte.

Weiterhin war Ziel, im Sinne eines inklusiven Ansatzes eine schulformübergreifende, also für Schülerinnen und Schüler sowohl aus Förderschulen, allgemeinbildenden Schulen als auch aus beruflichen Schulen, einsetzbare Bewertung des Schülerpraktikums zu entwerfen. Im Rahmen einer OloV-Zielvereinbarung erarbeitete deshalb die OloV-Steuerungsgruppe zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT Nordhessen einen neuen Beurteilungsbogen.

Das nun vorliegende Arbeitsergebnis versucht, betrieblichen wie pädagogischen Sichtweisen Rechnung zu tragen. In einem intensiven, auch kontrovers geführten sechsmonatigen Abstimmungsprozess wurde von SCHULEWIRTSCHAFT und den beiden regionalen OloV-Koordinatorinnen in Stadt und Landkreis Kassel ein Entwurf erarbeitet und den OloV-Steuerungsgruppenmitgliedern, Lehrkräften, Betriebsinhaber/innen und Vertreter/innen der Wirtschaft zur Stellungname vorgelegt. Auf diese Weise konnten zahlreiche Sichtweisen in den Bogen eingearbeitet werden.

Stellvertretend seien drei Fragen genannt, die bei der Entwicklung des Bogens besonders kontrovers diskutiert wurden:

  • Wie soll das Beurteilungssystem aussehen? Soll es analog zu Schulnoten gestaltet sein oder eine alternative Bewertungsskala z.B. "Smileys" verwenden? Und wenn Schulnoten, welche Notenskala soll eingesetzt werden?
  • Welches Kompetenzcluster mit welchen Kriterien wird auf dem Bogen aufgeführt und ist in allen Schulformen einsetzbar? Sind die Kriterien für handwerkliche, kaufmännische und industriell-gewerbliche Berufsfelder gleichermaßen relevant?
  • Soll es eine abschließende betriebliche Aussage über die Eignung der Praktikantin bzw. des Praktikanten für das Berufsfeld geben?

Obgleich der Bogen seit 2012 bereits zweimal nachgedruckt wurde, wurden nur geringfügige Änderungen vorgenommen - ein Zeichen, dass ein äußerst praxistaugliches Produkt entwickelt wurde.

Der Bogen steht den Schulen als Printversion zur Verfügung, die von der Arbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT Nordhessen vertrieben wird. Auf Wunsch der Schulen wurde auch ein digitales Formular entwickelt, welches durch die Schulsekretariate selbst ausgedruckt werden kann. In den erhaltenen Rückmeldungen wird häufig das ansprechende Erscheinungsbild und die Wertigkeit (farbliche Gestaltung, Haptik, Gewicht des Papierbogens) erwähnt. Es wird berichtet, dass die Schülerinnen und Schüler das Dokument am Ende des Praktikums regelrecht stolz entgegen nehmen und auch gerne zu Bewerbungszwecken einsetzen.

Betriebe und Unternehmen haben den Bogen ebenfalls gut angenommen. Auch für sie wurde ein digitales Formular entwickelt. Die übersichtliche Struktur und ein Beurteilungssystem auf der Basis von Schulnoten machen das Ausfüllen für die Betriebe einfach.

Der Bogen wird mittlerweile in vielen Regionen Nordhessens eingesetzt. In weiteren SCHULEWIRTSCHAFT Regionen wurde der Bogen bekannt gemacht, er ist für den Einsatz in Hessen vorgesehen.

Weiterführende Informationen

Der "Beurteilungsbogen Schülerbetriebspraktikum" liegt in drei verschiedenen Formaten vor:

Download als PDF-Dokument (nicht digital bearbeitbar) (PDF 32KB)

Download als Formular zur digitalen Bearbeitung für Schulen (PDF 32KB)

Download als Formular zur digitalen Bearbeitung für Betriebe (PDF 101KB)

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