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OloV - Das Wichtigste in Stichworten

Monika von Brasch (INBAS GmbH)

OloV steht für "Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule - Beruf". Die Kurzform mit vier Buchstaben ist mittlerweile zu einer "Marke" geworden und als solche auch beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen. Wie die Strategie entstand und wie sie sich seit 2005 entwickelt hat, stellt der Artikel in Kürze dar. Dieser Basis-Text zur OloV-Strategie, in der aktualisierten Fassung vom Dezember 2015, darf über das normale Zitatrecht hinaus in Auszügen zur Darstellung von OloV genutzt werden.
 

Ziel: Übergänge in Ausbildung verbessern

Der Hauptausschuss des BIBB hat am 17.06.2011 "Leitlinien zur Verbesserung des Übergangs Schule-Beruf" herausgegeben, in denen Bund und Länder aufgefordert werden, "die Angebotsvielfalt am Übergang zwischen Schule und Berufausbildung zu sichten mit dem Ziel, diese zu reduzieren, zu bündeln und besser aufeinander abzustimmen sowie die vorhandenen Instrumente zu schärfen. Dabei muss es insbesondere darum gehen, die vorhandenen Angebote in eine sinnvolle Struktur einzubetten sowie die verschiedenen Akteure vor allem in regionale Netzwerke einzubinden, um verstärkt konsistente Übergänge in Ausbildung zu schaffen" (Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): Empfehlung des Hauptausschusses. Leitlinien zur Verbesserung des Übergangs Schule-Beruf. Individuelle Förderung und konsistente Wege für den Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf schaffen. Bonn, 17.06.2011).

Hessen geht bereits seit 2005 einen innovativen Weg in diese Richtung. Die Partner des damaligen hessischen Ausbildungspaktes haben sich eindeutig zu diesem Ziel bekannt und die Grundlagen zur hessenweiten OloV-Strategie gelegt (Dokumente zum hessischen Pakt für Ausbildung).

Von Anfang an war es das Ziel, Parallelstrukturen zu vermeiden und die vorhandenen vielfältigen Angebote und Projekte zu bündeln. Dabei sollten sich die Akteure des Ausbildungsmarktes an der lokalen Bedarfslage orientieren und auf den vorhandenen Ansätzen und Initiativen aufbauen.
 

Steuerung der OloV-Strategie auf Landesebene

OloV war seit 2005 ein zentrales Thema des Hessischen Paktes für Ausbildung, den die Hessische Landesregierung, die Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern, die Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern, die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, der Verband Freier Berufe in Hessen, die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, der hessische Landkreistag, der hessische Städte- und Gemeindebund sowie der hessische Städtetag miteinander geschlossen hatten. Seit 2014 ist die Steuerung der OloV-Strategie in einem eigens gebildeten "Unterausschuss OloV und Bündnis Ausbildung Hessen" des Hessischen Landesausschuss für Berufsbildung verankert. In diesem Steuerkreis führen nun die ehemaligen Paktpartner gemeinsam mit den ebenfalls im Landesausschuss vertretenen Institutionen der Arbeitnehmerseite die Weiterentwicklung von OloV fort.
 

Die theoretische Arbeitsbasis: Die OloV-Qualitätsstandards

Um das Ziel der verbesserten Übergänge in Ausbildung zu erreichen, wurden Qualitätsstandards für eine systematische Berufsorientierung und die regionale Vermittlungsarbeit entwickelt. Das Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik (INBAS) GmbH erarbeitete diese in den Jahren 2005 bis 2007 in Zusammenarbeit mit regionalen Ausbildungsmarkt-Akteuren und in enger Abstimmung mit den Paktpartnern. Mit der Herausgabe der Standards durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (heute: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung) im September 2007 wurde eine theoretische Grundlage geschaffen, auf der die Akteure in den Regionen die lokale Vermittlungsarbeit optimieren und die so bislang in keinem anderen Bundesland existiert. (Die vollständig überarbeitete Neuauflage der erstmals 2007 publizierten Broschüre ist unter dem Titel "Qualitätsstandards zur Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule - Beruf" als Download verfügbar unter: www.olov-hessen.de/qualitaetsstandards).

Die OloV-Qualitätsstandards gliedern sich in drei Themenbereiche:

  • Berufsorientierung mit Förderung der Ausbildungsreife

  • Akquise von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen

  • Beratung, Matching und Vermittlung.

Damit – und dies ist ein wichtiges OloV-Merkmal – ist der gesamte Bogen des Vermittlungsprozesses gespannt, auf den die beteiligten Akteure ihr Augenmerk richten.

Mit den Standards soll der Übergang von der Schule in den Beruf für alle Jugendlichen optimiert werden – gleich, ob sie noch in der allgemeinbildenden Schule sind, ob sie als ausbildungssuchend gemeldet oder im Übergangsbereich sind. OloV hat damit – und dies ist eine weitere Besonderheit – eine umfassende Zielgruppendefinition, bei der alle Jugendlichen im Übergang Schule-Beruf im Fokus stehen.
 

Regionale Koordination und Kooperation

OloV hat auch die Kooperationsstrukturen im Land verändert. Seit 2008 steuern in allen hessischen Regionen OloV-Koordinatorinnen und Koordinatoren die Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit auf Basis der Qualitätsstandards. An den 15 Staatlichen Schulämtern sind Ansprechpersonen Berufs- und Studienorientierung dafür zuständig, dass die fächerübergreifende Berufsorientierung an den Schulen in ihrem Gebiet umgesetzt wird, und in den Schulen selbst sind Schulkoordinatorinnen und -koordinatoren für diese Umsetzung verantwortlich.

Die Regionalen Koordinationen wurden aus den lokalen Kreisen der Ausbildungsmarkt-Akteure benannt, die Ansprechpersonen Berufs- und Studienorientierung bei den Staatlichen Schulämtern durch das Hessische Kultusministerium und die Schulkoordinationen durch die einzelnen Schulen. Für die Ansprechpersonen Berufs- und Studienorientierung und die Schulkoordinationen gewährt das Hessische Kultusministerium Stundenfreistellungen zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben. Die Strategie wird durch diese drei Gruppen von "OloV-Schlüsselpersonen" in Zusammenarbeit mit den wichtigsten Akteuren der jeweiligen Regionen getragen.

In regionalen OloV-Steuerungsgruppen arbeiten Vertreterinnen und Vertreter der Institutionen des Ausbildungsmarktes mit den Regionalen Koordinationen und den Ansprechpersonen Berufs- und Studienorientierung zusammen. Sie erarbeiten gemeinsam regionale Zielvereinbarungen zur Umsetzung der OloV-Qualitätsstandards. Dabei entscheiden die Akteure, an welchen Qualitätsstandards sie inhaltlich arbeiten und mit welchen Schwerpunkten sie dies tun.
 

Hessenweite Koordination, Prozess-Monitoring und Weiterentwicklung

Die regionalen Akteure werden bei ihrer OloV-Arbeit von INBAS durch fachliche Beratung unterstützt. INBAS koordiniert die Strategie hessenweit und untersucht im Prozess-Monitoring die Umsetzung der OloV-Qualitätsstandards und die Wirkung der Kooperationsstrukturen durch regelmäßige Befragungen der Regionalen Koordinationen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse, Empfehlungen und Ergebnisse werden den Mitgliedern des Steuerkreises auf Landesebene übermittelt, die ihre Schlüsse für die weitere Gestaltung des Übergangs Schule - Beruf ziehen.
 

Engagement der Akteure und politische Unterstützung

Auf der kommunalpolitischen und operationellen Ebene wird die Strategie von dem Engagement und Know-how der Akteure in den Regionen getragen. Sie sind erfahrene Fachleute, die sich in den Rahmenbedingungen, Strukturen und Gegebenheiten des Ausbildungsmarktes sowie in den regionalen Ansätzen und Initiativen gut auskennen. Sie nehmen Koordination und Kooperation auf der lokalen Ebene ernst und pflegen sie. Ihre Erfahrungen und Meinungen geben sie an INBAS und die politisch Verantwortlichen sowie an die Leitungsebene der Ausbildungsmarktinstitutionen weiter.

Die Orientierung an Vorhandenem und dessen Weiterentwicklung sind grundsätzliche Anliegen der regionalen Akteure und des Steuerkreises auf Landesebene, des Unterausschusses OloV und Bündnis Ausbildung Hessen. Ohne diese Anliegen, ohne die politische und inhaltliche Unterstützung wäre OloV keine landesweite Strategie geworden. Im operationellen Programm des Landes Hessen für den Europäischen Sozialfonds ist die OloV-Strategie bis 2020 verankert.

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