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Praxisbeispiel zum Qualitätsstandard
MV5 - "Ablauf des Beratungs- und Vermittlungsprozesses"


Tag des Offenen Betriebs im Main-Taunus-Kreis

Als gezielte Vermittlungsaktion wird der "Tag des Offenen Betriebs" am 6. März 2013 bereits zum zweiten Mal in den benachbarten Gemeinden Hofheim und Kriftel durchgeführt. Er gehört zur Umsetzung der OloV-Strategie im Main-Taunus-Kreis.

Zunächst im Jahr 2012 als Pilotprojekt konzipiert, wurde die Aktion gemeinsam von Bundesagentur für Arbeit, Kreishandwerkerschaft, Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, Industrie- und Handelskammer Frankfurt, Stadt Hofheim, der Gemeinde Kriftel und dem Main-Taunus-Kreis vorbereitet. Mit dem Tag des Offenen Betriebs werden Schülerinnen und Schüler angesprochen, die kurz vor dem Haupt-, Real- oder Förderschulabschluss stehen oder sich in einer berufsvorbereitenden Maßnahme befinden. Die Jugendlichen werden intensiv vorbereitet und bei der Wahl eines für sie passenden Ausbildungsberufs professionell begleitet.

Kernidee des Konzepts ist es, ausbildungswillige Betriebe und noch unversorgte, geeignete Jugendliche gezielt zusammenzubringen. In dieser Hinsicht geht der "Tag des Offenen Betriebs" daher über eine reine Berufsorientierungsveranstaltung hinaus.

Der Veranstaltung liegt ein umfassendes Konzept zugrunde, das folgende Merkmale beinhaltet:

  • persönliche Ansprechpartner
  • hohe Verbindlichkeit
  • präzise Teilnahme- und Ausschlusskriterien
  • individuelle, intensive Vorbereitung der Teilnehmer/innen
  • passgenaues Matching zwischen Betrieb und Teilnehmenden.
     

Vorbereitung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Zur Vorbereitung auf den "Tag des Offenen Betriebs" werden die Teilnehmenden persönlich gebrieft. In diese Gespräche werden Ergebnisse aus vorherigen Beratungen, Praktika und Kompetenzermittlungen einbezogen.

Der Matching- Prozess, hier im Fall des Tag des offenen Betriebes, baut auf den Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler auf, indem Daten zur Berufsorientierung berücksichtigt werden, die an Haupt- und Förderschulen im MTK mit Einverständnis der Eltern regelhaft erfasst werden. Neben Lehrkräften sind ein beauftragter Bildungsträger und die Berufsberatung beteiligt, die in der Einverständniserklärung erfasst sind. Betriebe bekommen diese Daten nicht, ebenso die koordinierende Stelle.

Es können nur Jugendliche teilnehmen, die ihr individuelles Berufsziel ermittelt haben und für das aktuelle Ausbildungsjahr noch einen Ausbildungsplatz suchen.

An der Vorbereitung der Jugendlichen sind unterschiedliche pädagogische Fachkräfte beteiligt: Lehrkräfte, Berufseinstiegsbegleiter/innen, Berufsberater/innen. Allen Teilnehmenden wird ein speziell konzipiertes, eintägiges Fördermodul als Vorbereitung auf den Betriebskontakt angeboten.
 

Matching von Betrieben und Jugendlichen

Nach Meldung der interessierten Jugendlichen und teilnahmewilligen Betriebe werden Jugendliche und Betriebe auf Grundlage des Berufsbilds sowie von Betrieben formulierter Auswahlkriterien zugeordnet (Matching-Prozess).

Die koordinierende Stelle (d.h. in 2013 das OloV-Büro) akquiriert bei Betrieben Teilnehmerplätze und erstellt eine Liste der angebotenen Ausbildungsberufe samt Anforderungsprofil. Den Betrieben wird deutlich vermittelt, dass konkret an diesem Beruf interessierte Jugendliche ihren Betrieb besuchen werden.

Durch die verantwortlichen Personen auf der Seite der Jugendlichen — Lehrkräfte, Mitarbeiter/innen von Bildungsträger und Berufsberatung — wird der Ausbildungs-Berufswunsch mit den Jugendlichen in Verbindung mit den vorliegenden Informationen zu Kompetenzen und dergl. (s.o.) abgeprüft und gegenüber der koordinierenden Stelle mit der Anmeldung bestätigt.

Wenn Nachfrage und Angebot nicht übereinstimmen wird über eine Nachakquise versucht, die Lücke zu schließen.

Nach Ablauf der Aktion werden Organisation und Erfolg durch Abfrage bei Betrieben und Schulen bzw. Bildungsträgern ausgewertet.

Je nach Gegebenheiten können pro Betrieb bis zu fünf Jugendliche vermittelt werden. Die Gruppengröße ermöglicht dem Betrieb, alle Jugendlichen individuell wahrzunehmen, gleichzeitig profitierten die Teilnehmenden voneinander.
 

Erfolgreiche Durchführung

Die Betriebe öffnen am "Tag des Offenen Betriebs" ihre Werkstätten, Lager, Büros, Praxen oder Verkaufsräume und informieren ausführlich und praxisbetont über die Berufsausbildung. Nach Möglichkeit sind sowohl bei der Vorbereitung als auch bei der Durchführung aktuell in den Betrieben beschäftigte Auszubildende beteiligt. Hautnah werden Materialien und Werkzeuge präsentiert, praktische Erprobungen ermöglicht, Arbeitsbedingungen und betriebliche Abläufe gezeigt.

Rund 130 Jugendliche waren 2012 in einem Hofheimer oder Krifteler Betrieb, um ihren Wunschberuf in der Praxis kennenzulernen. 32 Betriebe haben insgesamt 35 Ausbildungsberufe praxisnah vorgestellt. Dabei waren Handwerk und Handel genauso vertreten wie pflegerische und medizinische Berufe. Die Palette reichte von der Augenoptikerin bis zum Verwaltungsfachangestellten. Jeder Betrieb hatte unterschiedliche Voraussetzungen und hat die Aktion dementsprechend unterschiedlich umgesetzt: Mal waren Betriebsleitung und Teilnehmer/innen quasi "tete à tete", mal kamen Kleingruppen zeitversetzt über den Tag verteilt. Ausbilder/innen und Auszubildende berichteten von ihren Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag und standen für Fragen zur Verfügung.

Das Pilotprojekt 2012 wurde durch alle Beteiligten positiv bewertet; die Mehrzahl der Betriebe befürwortete die Aktion und hielt sie für geeignet, um Auszubildende zu finden, nur wenige Betriebe stimmten dem nicht zu. Dies führte zu einer erneuten Durchführung im März 2013.

Weiterführende Informationen

Flyer zum "Tag des Offenen Betriebs" 2013, zum Download: Tag des Offenen Betriebs in Hofheim und Kriftel am 06. März 2013. Information für Betriebe

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