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Beteiligtenanalyse:
Interessen und Kompetenzen der regionalen Akteure ermitteln, Ressourcen optimal nutzen, strategisch planen

Ziel

Anhand der Beteiligtenanalyse – auch Stakeholderanalyse genannt – können Interessen sowie Kompetenzen und Ressourcen der beteiligten regionalen Akteure transparent gemacht und eine Arbeitsteilung, z.B. für ein bestimmtes Vorhaben aus der regionalen Zielvereinbarung, unter Nutzung der vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen geplant und vereinbart werden. Das Instrument kann auch dazu genutzt werden, das Potenzial (noch) nicht beteiligter Akteure zu ermitteln, um diese dann ggf. anzusprechen und zur Mitarbeit einzuladen.

Kurzbeschreibung

In einer Tabelle werden alle unmittelbar und mittelbar am Vorhaben (z.B. in der Steuerungsgruppe) beteiligten Institutionen erfasst und ihre Rolle benannt. Es wird analysiert, wie hoch ihr Interesse an dem gemeinsamen Vorhaben ist, über welche Ressourcen sie verfügen und welche Ressourcen sie bereit sind einzubringen. Durch die übersichtliche Darstellung können die Profile aller "Stakeholder" (wörtlich: Interessenvertreter, Anspruchsgruppen) verglichen werden. Die Gesamtheit vorhandener Interessen, Kompetenzen und Ressourcen wird sichtbar, eventuelle Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Lücken oder Überschneidungen lassen sich erkennen. Das Instrument wird u.a. im Projektmanagement und der strategischen Planung eingesetzt.

Einsatzmöglichkeiten

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Die Beteiligtenanalyse kann von einer einzelnen Person (z.B. Regionale Koordination) oder einer Gruppe von Personen (z.B. Steuerungsgruppe) angewendet werden. Sie kann zur Selbst- oder zur Fremdeinschätzung sowie zur Kombination beider Perspektiven genutzt werden. Zentrale Fragestellungen in der Nutzung des Instrumentes für die Überprüfung und ggf. Neuorganisation der Arbeitsorganisation der Steuerungs- oder einer Arbeitsgruppe lauten:

  • Über welche Interessen, Kompetenzen und Ressourcen verfügen die Beteiligten und welchen Beitrag sind sie bereit in das Vorhaben einzubringen?
  • Fehlt ein wichtiger Akteur in der (Steuerungs- oder Planungs-) Gruppe?

 
Anwendungsbeispiele sind:

  • Zusammensetzung der Steuerungsgruppe und Arbeitsteilung innerhalb der Steuerungsgruppe prüfen und ggf. modifizieren (eine Überprüfung ist ca. alle drei Jahre sinnvoll; Vorbereitung notwendig; Empfehlung: externe Moderation engagieren, um Neutralität in Bezug auf Potenziale und konkrete Arbeitsteilung zu gewährleisten)
  • Thematische oder vorhabenbezogene Arbeitsgruppen bilden
  • Strategische Planung und Umsetzung bestimmter Ziele und Vorhaben "einstielen" (auch zur Steuerung im Verlauf), darunter kann z.B. die Planung und Durchführung von Veranstaltungen oder auch die Entwicklung einer Kommunikationsstrategie fallen.

Tipps für den Einsatz in der (Steuerungs-)Gruppe:
 

Moderator/in:

Es sollte eine Moderatorin/ein Moderator des Erarbeitungsprozesses bestimmt werden. Je nach Einsatzgebiet ist es zu empfehlen, dass es sich dabei um eine externe Person handelt. Dies ist auch wichtig, damit sich alle (Steuerungs-) Gruppenmitglieder auf die Mitarbeit konzentrieren können und keiner eine Doppelrolle einnehmen muss.
 

Gruppengröße:

ideal für eine Gruppe von ca. 6 bis 10 Personen; kritisch ab einer Gruppengröße von ca. 15 Personen
 

Vertrauensbasis:

Innerhalb der Gruppe sollte eine Vertrauensbasis bestehen. Sofern (deutliche) Konflikte - gerade mit Bezug zur Arbeits(ver)teilung - bestehen, sollten diese zunächst zwischen den betreffenden Personen / Akteuren weitestgehend geklärt werden.
 

Selbst- und Fremdeinschätzung:

Es ist i.d.R. zu empfehlen, dass die Gruppenmitglieder die Themenstellung (z.B. die ersten Eckpunkte des zu planenden Vorhabens) sowie das Raster oder darauf basierende zentrale Fragen vorab erhalten, damit sie es für sich ausfüllen können (Selbstreflexion).
 

Zielformulierung und Umgang mit Ergebnissen:

Die Ziele, welche mit Hilfe der Beteiligtenanalyse im Workshop erarbeitet werden sollen, sollten vorab klar formuliert und allen Beteiligten (Steuerungsgruppe) kommuniziert werden (in der Einladung sowie zu Beginn der Sitzung). In Bezug auf die Ziele sollten im Verlauf und insbesondere zum Ende des Workshops die Ergebnisse der Diskussionen festgehalten werden (z.B. dokumentiert auf einem Flipchart). Es empfiehlt sich, Vereinbarungen zur Weiterarbeit und zu den nächsten Arbeitsschritten (was / wer / bis wann) zu treffen und schriftlich festzuhalten.


Beispiele und Materialien

Dieses Anwendungsbeispiel zeigt, wie die Beteiligtenanalyse eingesetzt werden kann. Es basiert auf der Erprobung mit einer OloV-Steuerungsgruppe: Anwendungsbeispiel einer Beteiligtenanalyse (PDF 670KB)

Das folgende Raster kann zur Durchführung einer Beteiligtenanalyse eingesetzt werden:
Beteiligtenanalyse: Identifikation der relevanten Beteiligten und ihrer Interessen und Potenziale z.B. für die Arbeit in der regionalen Steuerungsgruppe (allgemein) oder zur Umsetzung bestimmter Vorhaben (Word-Formular 165KB)

Weiterführende Informationen

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