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Der Prozess der Akquise von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen

Beschreibung des Prozesses "Akquise"

Unter diesem Prozess wurde die Akquise sowohl von Ausbildungs- als auch von Praktikums- und EQ-Plätzen gefasst (EQ = Einstiegsqualifizierung für Jugendliche). Praktika und EQ bieten den Jugendlichen Gelegenheit, ihre Kompetenzen unter betrieblichen Bedingungen zu beweisen und ermöglichen es den Betrieben, die Jugendlichen von einer Seite kennen zu lernen, die sich nicht in Schulzeugnissen widerspiegelt.

Ausbildungsplatz- und Praktikums- Akquise ist ein Bereich, in dem viele Akteure tätig sind: Schülerinnen und Schüler aller allgemeinbildenden Schulformen suchen Plätze für Blockpraktika und betriebliche Lerntage; Agenturen für Arbeit und Jobcenter akquirieren Ausbildungs- und Praktikumsplätze für ihre Kunden; Bildungsträger, die im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit berufsvorbereitende Maßnahmen durchführen, suchen Praktika für ihre Teilnehmerinnen und Teilnehmer; Kammern werben für Ausbildungs-, Praktikums und EQ-Plätze.

Als die OloV-Qualitätsstandards im Jahre 2007 erstmals veröffentlicht wurden, hatte dieser Themenbereich einen hohen Stellenwert – Ausbildungsplätze waren knapp. Mehr als fünf Jahre später hat sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt geändert: Der demografische Wandel macht sich bemerkbar, die Zahl der unbesetzt bleibenden Ausbildungsplätze steigt, die Unternehmen suchen nach Jugendlichen, die sie zu zukünftigen Fachkräften ausbilden können.

Das Thema "Beratung, Matching und Vermittlung" rückt stärker in den Fokus, gleichwohl sind die Standards zur Akquise von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen unverzichtbar. Denn nach wie vor wird es Regionen geben, in denen zu viele Jugendliche ohne Ausbildungsplatz sind, und nach wie vor wird es Branchen und Betriebe geben, die mehr ausbilden könnten als sie es bisher tun. Die Akteure, die sich vor dem Hintergrund regionaler Bedarfe mit diesem Themenbereich auseinandersetzen, werden ihrer Arbeit folgende Erkenntnisse zugrunde legen:

  • Akquise wird effizienter, wenn sie gut vorbereitet ist.
  • Eine sinnvolle Aufgabenteilung unter den beteiligten Akteuren und eine gute Zusammenarbeit in der Region führen schneller zum Akquise-Erfolg.
  • Die Betriebe stehen Ausbildung und Praktika offener gegenüber, wenn sie schon bei der Akquise in Fragen zu Praktikumsgestaltung und Ausbildung beraten werden.
  • Die Akquise muss mit dem Matching- und Vermittlungsprozess verbunden werden. So wird sie schneller zum Gesamtziel führen: der Vermittlung von Jugendlichen in ein Praktikum oder in eine Ausbildung.

Vor diesem Hintergrund wurden die folgenden Qualitätsstandards entwickelt. Zwei Standards befassen sich mit der Abstimmung und der Öffentlichkeitsarbeit bei der Akquise von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen. Der dritte Standard in diesem Kapitel "Mindestanforderungen für Praktikumsbetriebe" wurde aufgenommen, weil dessen Notwendigkeit vielfach formuliert wurde. Die Kriterien sind bewusst auf einem Mindestniveau formuliert und bieten den regionalen Akteuren eine Basis für die Formulierung weiterreichender Kriterien.

Dieser Text ist entnommen aus der OloV-Broschüre "Qualitätsstandards" (Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (Hrsg.): OloV-Qualitätsstandards - Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule-Beruf. 10. vollständig überarbeitete Auflage, Dezember 2012, S. 62).

Qualitätsstandards zum Prozess "Akquise"

AK1 Abstimmung der Akquise von Ausbildungs- und Praktikumsplätzen

Die regionalen Akteure erarbeiten ein gemeinsames Konzept für die Akquise von Ausbildungsund Praktikumsplätzen und stimmen ihre Aufgaben miteinander ab.
 

AK2 Öffentlichkeitsarbeit für Ausbildungs- und Praktikumsplätze

Die regionale Ausbildungs- und Praktikumsplatz-Akquise wird durch kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit unterstützt.
 

AK3 Mindestanforderungen für Praktikumsbetriebe

Die regionalen Akteure vermitteln Jugendliche nur in Praktikumsbetriebe, die Mindestanforderungen erfüllen.

Regionale Abstimmung der Akquise

Die Akteure, die sich vor dem Hintergrund regionaler Bedarfe mit diesem Themenbereich auseinandersetzen, werden ihrer Arbeit folgende Erkenntnisse zugrunde legen:

  • Akquise wird effizienter, wenn sie gut vorbereitet ist.

  • Eine sinnvolle Aufgabenteilung unter den beteiligten Akteuren und eine gute Zusammenarbeit in der Region führen schneller zum Akquise-Erfolg.

  • Die Betriebe stehen Ausbildung und Praktika offener gegenüber, wenn sie schon bei der Akquise in Fragen zu Praktikumsgestaltung und Ausbildung beraten werden.

  • Die Akquise muss mit dem Matching- und Vermittlungsprozess verbunden werden. So wird sie schneller zum Gesamtziel führen: der Vermittlung von Jugendlichen in ein Praktikum oder in eine Ausbildung.

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