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Die hessenweite Strategie OloV

Inhaltliche Entwicklung

Die Geschichte von OloV begann 2004, als die Partner des hessischen Ausbildungspaktes gezielte Maßnahmen vereinbarten, um "im gesamtgesellschaftlichen Interesse eine möglichst umfassende Ausbildung aller Jugendlichen zu gewährleisten und den Fachkräftebedarf der Wirtschaft auch in Zukunft sicherzustellen" (Hessischer Pakt für Ausbildung 2004 - 2006 zwischen Wirtschaft, Kommunalen Spitzenverbänden, Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit und der Landesregierung. Frankfurt, 6. September 2004, S. 2).

Vorgesehen war "eine gemeinsame Workshop-Reihe mit dem Ziel (...), die Vermittlungsarbeit der lokal tätigen Fachleute der Agenturen für Arbeit, Kammern, abgebenden Schulen und der kommunalen Stellen, wie z.B. Jugendberufshilfe, noch besser abzustimmen" (ebd., S. 13).

Regionale Entwicklungs- und Transferworkshops

Diese Workshop-Reihe wurde vom Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik – INBAS GmbH in den Jahren 2005 bis 2007 durchgeführt. In den Workshops diskutierten zahlreiche Ausbildungsmarkt-Akteure, welche Qualitätsanforderungen an die zukünftige Koordination und Kooperation gestellt werden müssten, um die Vermittlung von Jugendlichen in Ausbildung schneller und zielgerichteter zu gestalten. Die Ergebnisse der Workshops enthielten die ersten Ideen zu den späteren "OloV-Qualitätsstandards".

Formulierung der Qualitätsstandards

Im zweiten Hessischen Ausbildungspakt für die Jahre 2007 bis 2009 wurde die Zielformulierung des ersten Pakts erweitert: "Abgesehen von der Erreichung des quantitativen Ziels, jedem Jugendlichen ein Angebot zu unterbreiten, gilt es auch, die qualitative Weiterentwicklung der Berufsausbildung in Hessen voranzubringen. (...) Ziel des gemeinsamen Vorhabens der Paktpartner und der Arbeitsverwaltung 'Optimierung der lokalen Vermittlungstätigkeit bei der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen in Hessen' (OloV) ist die Erarbeitung und der Einsatz von hessenweiten Standards zur

  • qualitativen Verbesserung der Berufsorientierung
  • qualitativen und quantitativen Verbesserung von Ausbildungsvermittlungsprozessen.

Damit soll auf lokaler Ebene die Information verbessert, Transparenz hergestellt und Doppelarbeit vermieden werden. Die Paktpartner vereinbaren, bis Ende 2007 durch OloV verbindliche Kriterien erarbeiten zu lassen, die dann in den Jahren 2008 bis 2009 auf lokaler Ebene durch regionale Zielvereinbarungen erprobt werden." (Hessischer Pakt für Ausbildung für die Jahre 2007 bis 2009, S. 8)

Diese verbindlichen Kriterien wurden von INBAS erarbeitet, im Oktober 2007 als "OloV-Qualitätsstandards" durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung herausgegeben und im Februar 2008 in einer Auftaktveranstaltung einem breiten Fachpublikum bekannt gemacht.

Verankerung als hessenweite Strategie

Ende 2008 war aus dem einstmaligen Projekt die hessenweite Strategie OloV geworden: Alle hessischen Regionen hatten sich durch die Benennung Regionaler Koordinatorinnen und Koordinatoren darauf verständigt, dass sie sich an der Umsetzung der Qualitätsstandards beteiligen.

Seitdem wird OloV mit Leben gefüllt und weiterentwickelt - in regionalen Steuerungsgruppen, in den Institutionen der Ausbildungsmarkt-Akteure, in allgemeinbildenden Schulen und auf Landesebene. Ziel der Strategie ist es, die Qualität der Prozesse im Übergang Schule - Beruf zu sichern, Parallelstrukturen zu vermeiden und die vorhandenen vielfältigen Angebote und Projekte zu bündeln, um Jugendliche schneller und gezielter in Ausbildung zu vermitteln. Zahlreiche Praxisbeispiele auf dieser Website zeugen von der Vielfalt in der regionalen Umsetzung dieses Zieles.

OloV als Dachmarke für den Übergang Schule - Beruf

Seit der Erstauflage wurden die Qualitätsstandards zweimal überarbeitet und an die Entwicklungen in den Regionen angepasst. Die hessenweite OloV-Koordination bei INBAS führt den fachlichen Dialog mit den Ausbildungsmarkt-Akteuren vor Ort kontinuierlich fort und leitet daraus Empfehlungen für die Landesebene ab, auf deren Grundlage die Gestaltung des Übergangs Schule – Beruf in Hessen weiterentwickelt wird.

2011 evaluierte die HessenAgentur OloV im Hinblick auf Strukturen, Zusammenarbeit und Perspektiven und empfahl die Fortführung der Strategie (1). Die Erhaltung und Weiterentwicklung der OloV-Strategie forderte auch die Fachkräftekommission Hessen in ihrem Abschlussbericht (2).

Seit 2013 hat der Hessische Landesausschuss für Berufsbildung mit einem eigenen Unterausschuss OloV die Steuerung der OloV-Strategie auf Landesebene übernommen. Gemeinsam entwickeln Landesebene und regionale Netzwerke die OloV-Strategie weiter. Sie berücksichtigen dabei die Entwicklung des Ausbildungsmarktes, denn der ist dynamisch – und OloV ist es auch.
 

(1) Frings, Kerstin / Trabert, Lioba (unter Mitarbeit von Simon Schiefer): Evaluierung der landesweiten Strategie "Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit bei der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen in Hessen (OloV)". Analyse von Strukturen, Zusammenarbeit und Perspektiven, Wiesbaden 2012

(2) Fachkräftekommission Hessen (Hrsg.): Abschlussbericht der Fachkräftekommission Hessen, Wiesbaden, September 2012

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