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Praxisbeispiel zum Qualitätsstandard "E-BO12 - Empfehlung: Schulsozialarbeit und Berufsorientierung"


Das Kompetenz-Entwicklungs-Programm im Übergang Schule-Beruf in Wiesbaden

Mit dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung der Landeshauptstadt Wiesbaden zu "Perspektiven für Hauptschüler/innen in Kooperation mit Unternehmen" konnte Anfang des Jahres 2007 an den acht Wiesbadener Schulen mit der Umsetzung des Kompetenz-Entwicklungs-Programms (KEP) im Übergang Schule-Beruf begonnen werden.

Es wird von der Schulsozialarbeit im Verbund mit den Schulen, dem Amt für Wirtschaft und Liegenschaften, dem städtischen und dem staatlichen Schulamt, den Kammern, der Kreishandwerkerschaft, der Agentur für Arbeit und der Ausbildungsagentur durchgeführt. Mit der Einbindung der Kammern als Anbieter bestimmter Qualifizierungsmaßnahmen sind auch die Erwartungen der Wirtschaft und Betriebe an die Ausbildungsreife und an die Anforderungsprofile der Ausbildungsberufe in das Gesamtprogramm einbezogen. Damit soll die Bereitschaft der Betriebe verstärkt werden, mehr Ausbildungsplätze für Hauptschüler/innen zur Verfügung zu stellen.

Das Programm hat folgende Ziele:

  1. Die Quote der Hauptschulabgänger/innen mit direktem Übergang auf einen Ausbildungsplatz wird erhöht.

  2. Der Übergang auf ein weiterführendes Bildungsangebot zum Realschulabschluss wird erhöht.

  3. Das Strategische Ziel Nr. 3 des Hessischen Kultusministeriums zur Verringerung der Quote der Schulabgänger/innen ohne Schulabschluss um ein Drittel wird unterstützt.

  4. Die Übergänge in die Berufsbildenden Schulen oder in geeignete Anschlussmaßnahmen der Berufsvorbereitung werden für alle Schüler/innen ohne Ausbildungsplatz verbessert.

Das Kompetenz-Entwicklungs-Programm (siehe Schema) baut auf den Standard-Leistungen der Schulsozialarbeit nach dem Stufenmodell ab der Klasse 5 bis zur Klasse 10 auf. Das Wissen über die Schüler/innen, häufig auch eine gute Beziehung zu ihnen und ihren Eltern sowie die enge Kooperation von Lehrer/inne/n und Schulsozialarbeiter/inne/n im Schulalltag, bietet die erforderliche Hintergrundstruktur und ist die Basis für die Durchführung des Programms.

Ausgangspunkt des Kompetenz-Entwicklungs-Programms ist das Schülerprofil, das die Kompetenzmerkmale eines Schülers/einer Schülerin zu Beginn des 2. Schulhalbjahres der 8. Klasse in einem Einschätzungsbogen feststellt. Dieser wird gemeinsam von Klassenlehrer/in und Schulsozialarbeiter/in ausgefüllt. Das Schülerprofil zeigt die personalen, sozialen und schulischen Kompetenzen mit ihren Begabungen, Stärken, Schwächen und Defiziten und ist grundlegend für die weitere Arbeit im Programm. Die Auswertung des Schülerprofilbogens ergibt den Kompetenzstatus der Schüler/innen.

Anschließend folgt eine Zuordnung der Schüler/innen in unterschiedliche Übergangstypen. Im nächsten Schritt werden Gespräche mit den Eltern und Schüler/inne/n auf der Grundlage der Ergebnisse des Schülerprofilbogens geführt. Darin werden die individuellen Übergangsziele und Qualifizierungsangebote schriftlich vereinbart und die Verantwortlichkeiten abgesprochen. Danach besteht bis zum Schulabgang noch über ein Jahr Zeit, um fördernde und notwendige Motivierungen, Orientierungen, Defizitbearbeitungen und Kompetenzentwicklungen in den differenziert eingesetzten zusätzlichen Qualifizierungsmaßnahmen durchzuführen.

Quelle: Text und Grafik entnommen aus der unten aufgeführten Broschüre / Grafik: Amt für Soziale Arbeit, Wiesbaden

Aufnahmedatum: 26.10.2009 | letzte Aktualisierung: 14.02.2018

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