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Tag der Ausbildung im Hochtaunuskreis: Wegweiser in die berufliche Zukunft
Am Donnerstag, dem 16. April 2026 öffnete der Hochtaunuskreis erneut die Türen zum Tag der Ausbildung im Hof des Landratsamtes. Der jährliche Aktionstag bringt regionale Unternehmen und Ausbildungsinteressierte zusammen. An 30 Ständen warenn zahlreiche Handwerksbetriebe, Institutionen, kommunale Einrichtungen und Unternehmen – u.a. aus dem Sozialbereich – vertreten, um Schülerinnen und Schülern unterschiedliche beruflichen Möglichkeiten zu präsentieren. Dabei gab es an vielen Ständen nicht nur Infos und Giveaways, sondern auch einen ersten Einblick in die Praxis.
„Diese Veranstaltung zeigt die Vielfalt der Ausbildungsberufe und erlaubt einen ersten, niederschwelligen Kontakt zu den Betrieben. Es ist eine perfekte Möglichkeit zu schauen, wie die eigenen Interessen mit einem Ausbildungsberuf vereinbart werden können“, lobte Landrat Ulrich Krebs, der bei einem Rundgang selbst verschiedene Gewerke ausprobierte. „Es ist spannend zu sehen, wie sich die Berufe, aber vor allem die Möglichkeiten, diese den interessierten Jugendlichen näher zu bringen, im Laufe der Zeit verändert haben.“
Ein besonderer Multiplikator war dabei das Team der Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main. Mit dem Angebot „Xperience Handwerk on tour“ ließen sich nicht nur der Friseurberuf ausprobieren oder Holz-Schlüsselanhänger samt Laser-Gravur gestalten. Per VR-Brille konnten 36 Berufe getestet werden. Wer wissen wollte, ob der Beruf als Gerüstbauer/-in eine Option wäre, konnte zumindest schon einmal virtuell Höhenluft schnuppern.
Ob Herzen aus Schiefer mit Fachwerkzeug anzufertigen, wie beim Dachdeckerbetrieb Löw aus Bad Homburg oder am Rettungswagen des DRK Hochtaunus die eigenen Kenntnisse bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung testen: Drei Stunden lang konnten die Schülerinnen und Schüler alles ausprobieren und sich dabei allein von ihren Interessen leiten lassen.
Das Format kam gut an und wurde von ca. 750 Besucherinnen und Besuchern genutzt. Zogen die Klassen gemeinsam ein, machten sich Grüppchen schnell zu den favorisierten Angeboten auf. Wenn nur eine Schülerin oder ein Schüler dort hängen blieb, zog der Rest weiter und sammelte am nächsten Stand Erfahrungen; informierte sich bei der Saalburgschule Usingen über die dortigen Ausbildungsberufe oder bekam am Stand der DEHOGA Hessen einen Einblick in das Hotel- und Gaststättengewerbe. Natürlich stellte sich auch der Hochtaunuskreis als Ausbildungsbetrieb vor. Aktuell werden hier 53 Nachwuchskräfte ausgebildet, für dieses Jahr sind insgesamt 20 Einstellungen von Auszubildenden geplant.
Gab es früher oft zu wenige Ausbildungsstellen, fehlt es derzeit eher an Bewerbungen. Auch für die Betriebe sind solche Berufsmessen daher ein gutes Forum, um sich interessierten Jugendlichen bekannter zu machen. „Mittlerweile haben wir für den Tag der Ausbildung sogar eine Warteliste; es gibt mehr Interessenten als wir Standplätze haben“, freut sich Veronika Moser, die mit ihrem OloV-Koordinationsteam die Veranstaltung federführend organisiert hat und auf eine Besonderheit aufmerksam macht. „Dadurch, dass wir Shuttlebusse für die Schulen aus dem Usinger Land organisiert haben, können wir allen interessierten Schulen die Teilnahme ermöglichen.“
Ein weiterer Fokus lag in diesem Jahr auf der Gruppe der unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten, wie Sozialdezernentin Antje van der Heide erklärte. „Wir haben die Jugendhilfeeinrichtungen für unbegleitete minderjährige Geflüchtete des Kreises mit ihren Jugendlichen eingeladen, um ihnen die Bandbreite der Berufswelt zu zeigen. Wir möchten sie damit bei der Suche nach Ausbildungsstellen unterstützen und damit gleichzeitig dem Fachkräftemangel entgegenwirken.“ Diese Jugendlichen erhielten im direkten Austausch mit den Ausbildungsbetrieben zusätzliche Unterstützung durch Dolmetscherinnen und Dolmetscher des WIR-Vielfaltzentrums. Die Organisation und Umsetzung des Tags der Ausbildung erfolgte wieder im Rahmen des regionalen Bündnisses für Ausbildung.
„Jugendliche können im Rahmen solcher Formate erfahren, wie sie ihre Talente entfalten und ihre Zukunft aktiv gestalten können“, betont OloV-Koordinatorin Veronika Moser. Die OloV-Regionalkoordination des Kreises ist organisatorisch an der Fachstelle Jugendberufshilfe und dem Kommunalen Jobcenter angedockt. Sie verfolgt das Ziel, den Übergang junger Menschen von der Schule in den Beruf durch gezielte und aufeinander abgestimmte Maßnahmen aller Akteure zu steuern und zu verbessern.
Quelle: Pressemitteilung des Hochtaunuskreises vom 17. April 2026, 33/2026, Tag der Ausbildung als Wegweiser in die berufliche Zukunft
